BLOG vom: 09.12.2006
Junk food: Verfettungen mit Transfetten auch in England
Autor: Emil Baschnonga, London
Die Korpulenz der Bevölkerung hat in allen Altersgruppen alarmierend zugenommen, ganz besonders in den USA und England. Transfats (Transfettsäuren) erhöhen angeblich das Risiko von koronaren Herzerkrankungen, die zum Herzschlag führen können. Dem berüchtigten „junk food“ – von Snacks bis zu Fertiggerichten – ist deshalb der Kampf angesagt.
Gegenwärtig bemühen sich die Behörden in England, dieses Massenfutter durch gesunde Kost zu ersetzen – in den Spitälern ebenso wie in den Schulen. Dabei zeigt es sich, dass Gewohnheiten schwer zu ändern sind. Immerhin erwachen mehr und mehr Konsumenten aus ihrem Dornröschenschlaf und bestehen auf gesunder Kost, selbst wenn diese mehr kostet.
Transfettsäuren (trans-Fettsäuren) sind industriell erzeugte gesättigte Fettstoffe, die vielen Produkten beigemengt werden (siehe Tabelle unten). Sie werden als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet, im Gegensatz zum ungesättigten Fett (naturbelassenem Öl).
Transfats erhöhen die Haltbarkeit der Produkte und stabilisieren den Geschmack. Kein Wunder, dass sich die Hersteller sträuben, dieses Fett durch ungesättigte Alternativen, die weniger lang haltbar sind, zu ersetzen. Zudem sind auch Neurezepturen mit hohen Kosten verbunden.
Doch es gibt wohl keinen anderen Ausweg als dem „Heilweg“ zu folgen. Die Fastfoodkette KFC (Kentucky Fried Chicken) hat gemeldet, dass sie Transfats ab April 2007 ersetzen werden. Diese und andere Beispiele werden Schule machen – zum Wohl der Gesundheit.
Hier die offizielle Tabelle aus den USA (aus der FDA = Food and Drug Administration) mit den Transfettsäuren-Gehalten der wichtigsten US-Nahrungsmittel in absteigender Reihenfolge:
Major Food Sources of Trans Fat for American Adults
(Average Daily Trans Fat Intake is 5.8 Grams or 2.6 Percent of Calories)
40 % cakes, cookies, crackers, pies, bread, etc.
21 % animal products (tierische Produkte)
17 % margarine
8 % fried potatoes (frittierte Kartoffeln)
5 % potato chips, corn chips, popcorn
4 % household shortening (Haushalt-Backfette)
3 % salad dressing (Salatsauce)
1 % breakfast cereal (Frühstücksflocken)
1 % candy (Süssigkeiten).
Data based on FDA’s economic analysis for the final trans fatty acid labeling rule, „Trans Fatty Acids in Nutrition Labeling, Nutrient Content Claims, and Health Claims” (July 11, 2003).
Hinweis auf einige weitere Blogs zu Ernährungsfragen
29.04.2006: „Spargelzeit – nach Art der Elsässer und der Wilden“
07.03.2006: „Junkfood und Bärenhunger: US-Bären lieben Industriefrass“
24.02.2006: „Gentechnik: Wie lange gibt es noch den reinen Honig?“
11.02.2006: „Bemerkenswert: Selbst schlaue Tiere lehnen Genfood ab“
20.01.2006: „Biofachhandel-Zukunft: Discounter bauen Biomarken aus“
19.01.2006: „Mögen wir von Schurkennahrungsmitteln verschont bleiben!“
28.11.2005: „Kartoffelsorte Linda: Die ‚Königin’ wird nicht entthront“
18.07.2005: „Kampfesser-Weltrekordversuch: Futterorgie mit Hotdogs“
18.02.2005: „Dioxin-Freilandeier, die gar keine waren“
Hinweis auf weitere Blogs von Meier Pirmin
Das „Kreuz“ mit der schweizerischen Neutralität
Ignaz P.V. Troxler (1780 – 1866), Philosoph des Widerstandsrechts
Experte für US-Wirtschaft referierte über das «Zurzibiet» von North Carolina
Jules Bloch (1947 – 2026) – Monument eines «Landjuden» im aargauischen Surbtal
Peter von Matt: Genial eigenwillig, aber kein Literaturpapst
Fasten bis zum Tode – ein heikles Thema, der Reflexion würdig
Katholische Kirche: Verhältnisse und Proportionen einer Skandalgeschichte
Zum Tode der Autorin Ruth Schweikert (1965 – 2023)
„Banntagsgedanken“ über Verlegenheit in der Bürgerschaft
Karl Kloter – Ein Sozialist des Herzens
Schweizergarde - ein politischer Trumpf für das Land
Kritik – Eher eine Kunst als eine Wissenschaft
«Schnätterlig und Späck oder 9 Chatze us em Sack» - Bözbergimpressionen zum 1. August 2022
Was eine treffende Rede zur Bundesfeier ausmacht
