Textatelier
BLOG vom: 18.05.2026

Goldglänzender Rosenkäfer ist eine Schönheit

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Gold Rosenkäfer (Foto Elisabeth Faber)
 

Am 9. Mai 2026 verirrte sich auf unserem Balkon ein goldglänzender Rosenkäfer. Er krabbelte beim Fotografieren herum. Als ich ihn in eine bessere Fotoposition kurz zur Seite schob, stellte er sich tot. Nach kurzer Zeit krabbelte er wieder herum. Ich hob ihn mit einem Taschentuch hoch und liess ihn fliegen.

Den Käfer kannte ich schon von einer BUND-Exkursion am Fluss Wiese mit Klaus Böttger, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Schopfheim. Der Käfer sass auf einer Kanadischen Goldrute. Als Böttger den Käfer anheben und den Teilnehmern zeigen wollte, flog er blitzschnell davon. Der Käfer fliegt nämlich mit geschlossenen Deckflügeln und streckt das häutige drunter liegendes Flügelpaar aus seitlichen Aussparungen hervor. Dies ermöglich einen Schnellstart. Der Käfer wird als fliegendes Kleinod in Smaragdgrün bezeichnet. Er zählt zu den Schönheiten der Käferwelt. Der ganze Körper ist metallisch goldgrün glänzend. Auf den Flügeldecken sieht man ein paar kleine weisse Flecken und Querbinden.

Den Rosenkäfer findet man häufig an Blüten, wie Rosen, Holunder, Weissdorn oder Doldenblütler. Einige Zeit später entdeckte ich einen Rosenkäfer auf der Blüte des Wiesen-Bocksbartes.

 


Goldrosenkäfer auf einer Hand
 


Goldrosenkäfer auf dem Balkon
 
 


Wiesen-Bocksbart mit Rosenkäfer
 

Hobbygärtner sind erfreut
Das wird Hobbygärtner erfreuen: Der Käfer verursacht keine nennenswerten Frassschäden. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich Nektar, Pollen und Pflanzensaft verletzter Pflanzen, aber auch Blütenblätter Staubgefäße und Blütenstempel. Wenn der Käfer ausnahmsweise Schäden an Blütenpflanzen verursacht, wird er am besten in den Morgenstunden von Hand eingesammelt und an einer anderen Stelle des Gartens ausgesetzt. Der unter Artenschutz stehende Rosenkäfer wurde im Jahr 200o zum Insekt des Jahres gewählt, weil er eine wichtige Rolle im Ökosystem spielt. Die Larven sind Humusbildner und der Käfer ein Blütenbestäuber.

 


Trauerrosenkäfer (Foto Elisabeth Faber)
 

Trauer-Rosenkäfer
Es gibt auch einen Trauer-Rosenkäfer. Der Trauer-Rosenkäfer ist kein Schädling, er ist ein nützlicher „Geselle“ im Garten. Elisabeth Faber hat einen Trauer-Rosenkäfer vor 6 Jahren in Hecklingen entdeckt und fotografiert.

Larven nicht entsorgen!
Die Larven (Engerlinge) des Rosenkäfers sind c-förmig gekrümmt und unterscheiden sich von den Larven des Maikäfers. Etliche Exemplare werden oft in der Erde von Balkonkästen und im Kompost entdeckt.

Als meine Nachbarin Karin Greiner die Erde aus den über den Winter gelagerten Blumenkästen entfernte, entdeckte sie 4 c-förmige Larven. Diese wurden dann zur Identifizierung zu Christian Wirth gebracht. „Das sind keine Engerlinge vom Maikäfer, sondern vom Rosenkäfer“, wusste der ehemalige Gymnasiallehrer von Schopfheim und Schönau zu berichten. Er selber hat schon solche Laven im Kompost entdeckt. Er wies darauf hin, dass man auf keinen Fall diese Larven den Vögeln vorwerfen oder anderweitig entsorgen sollte. Die Larven bleiben im Kompost oder in der Gartenerde. Die Larven des Rosenkäfers leben vorzugsweise in weichen Holzresten, Sägemehl, Kompost und sogar in Ameisenhaufen. Die Larven ernähren sich von verrotteten Pflanzenteilen und Holzmulm. Sie sind wichtige Humusbildner.

Bewegen sich rückwärts
Christian Wirth brachte dann die 4 Larven in einen Komposthaufen. Bevor sie mit Erde zugedeckt wurden, bemerkte man, wie sich die Larven fortbewegen. Werden sie gestört, strecken sie sich und robben mit wurmähnlichen Bewegungen rückwärts davon. Diese Bewegungen unterscheiden sich von den ähnlich aussehenden Larven des Maikäfers. Wenn sich Maikäferlarven fortbewegen bleiben sie gekrümmt. Der gesamte Zyklus vom Ei über die Larven zum Rosenkäfer dauert 2 bis 3 Jahre.

 

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