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BLOG vom 29.08.2018


Hochzeit: Braut nicht durchgebrannt, keine Primeln

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


 


Am 18.08.2018 war ein grosser Tag für Angi und Oli, meinem Neffen. Am Freudentag fuhr ich mit der unpünktlichen Deutschen Bundesbahn von Schopfheim über Karlsruhe und Stuttgart nach Ansbach. Frohen Muts und voller Erwartung sollte ich schon um 11:48 Uhr in Ansbach ankommen, also rechtzeitig zur kirchlichen Trauung um 13 Uhr. Bis Karlsruhe ging alles gut. Dann hatte der aus Paris kommende ICE 70 Minuten Verspätung. Den Anschlusszug von Stuttgart nach Ansbach verpasste ich. Da nur alle 2 Stunden ein Zug nach Ansbach rauscht, kam ich erst um 13:48 Uhr an. Die kirchliche Trauung war da schon fast zu Ende, so dass ich mich entschloss, gleich zum Posthof zu begeben. Dort sollte die Hochzeitsfeier stattfinden.

Da ich nicht bei der kirchlichen Trauung dabei sein konnte, bat ich meine Schwester Ursula mir den Vorgang zu schildern. Sie schrieb: „In der Kirche war die Spannung zu spüren. Oli schaute gebannt zur Eingangstür und wartete. Ein Gast bemerkte, die Braut wäre mit dem Auto durchgebrannt. Aber bald tauchte sie auf. Der Prediger in der Neuapostolischen Kirche war witzig, er flocht ständig brave Ehewitze ein. Ein Chor sang mitfühlende Weisen, so dass unsere Augen nass wurden. Am Schluss wurde das Brautpaar von 70 Gästen geherzt und geknutscht. Der Bräutigam war ganz erschöpft und bemerkte, dass er noch nie so viele Frauen im Arm hatte.“

Nicht lustig fand ich eine Bemerkung des Schaffners als er von meinem Zuspätkommen erfuhr. Er grinste und sagte : „Die Hochzeitsfeier ist wichtiger als ein Kirchenbesuch.“ Er dachte wohl an das feine Essen und an die Getränke.

Etwas an Hollywood schnuppern
Kurz nach 14 Uhr fuhr das Brautpaar in einem pinkfarbenen Cadillac Sedan von 1960 durch ein Tor in den Posthof ein. Grosses Hallo folgte. Das Brautpaar durfte ein bisschen Hollywood schnuppern. Ein ähnliches Fahrzeug war schon in Hollywood-Filmen zu sehen.

Wahlspruch auf der Einladungskarte war ein Zitat von Mark Twain. „Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut.“ Es freuten sich dann alle mit, da 70 Gäste eingeladen waren. Die Gäste wurden aufgefordert unter dem Motto so zu erscheinen: „Wir lieben´s bunt“, das zu tragen, was einem gefällt – Hauptsache schön bunt.“

An 7 Tischen nahmen nach Einzug des Brautpaares in den Hochzeitsraum die Gäste an runden Tischen Platz. Sehr schön waren die Tische mit Blumen und Gläsern dekoriert. Für jeden Gast wurde ein besonders Präsent dargeboten. Es waren schön verpackte bunte Plätzchen, die vom Brautpaar am Vortag gebacken wurden. Auf der Verpackung war ein Zettel mit der Aufschrift „Schön, dass Du da bist!“

 


 

Bitte keine Primeln
Nach einer Dankesrede des Bräutigams wurde von seinem besten Freund Christopher (Dophi) einiges aus der Hochzeitszeitung vorgetragen. Es waren kurze Geschichten aus dem Leben des Brautpaares. Ein Höhepunkt war neben Kochrezepten der Blumentipp von meiner Schwester. Sie schrieb dies: „Als Mann hat man es grundsätzlich nicht leicht, und im Speziellen ohnehin nicht. Wer dann noch seiner Frau die falschen Blumen (es waren Primeln) mit nach Hause bringt, hat den Ehekrach schon vorprogrammiert.
Deshalb hier der ultimative Blumentipp von Deiner Mama, lieber Oli: Schenke niemals Primeln! Auf keinen Fall! Alles ist besser als Primeln. Zum Beispiel Stechdisteln, Löwenzahn oder einfach auch gar nix. Willst Du der Angi eine echte Freude bereiten, dann bring ihr Gerbera mit, in allen Farben!“
Der Bräutigam wurde natürlich von vielen aufgezogen. Ich bot ihm an, doch einmal den schönen Garten von Alice Kneusslin bei uns in Schopfheim anzusehen. In diesem Garten blühen im Frühjahr tausende von Primeln.
Hier flechte ich etwas über den Beruf der beiden ein. Angi arbeitet ambulant im Pflegedienst, während Oli Industriekletterer und als Rettungssanitäter tätig ist. Das Brautpaar nennt sich jetzt Riedel.

In der Hochzeitszeitung wurden weiter Anleitungen für eine glückliche Ehe, lebenswichtige Merkliste für Oli und Angi und viele Fotos aus der Jugendzeit präsentiert. Sogar eine Seite aus Kindermund durfte nicht fehlen.
Beispiel: Ein Junge erzählt: „Meine Mama ist echt schön, man sieht immer mehr, dass sie mal jung war.“

Nach den zum Teil ergötzlichen Sprüchen und Erlebnissen aus dem Leben des Brautpaares und anschließender Musik wurde die Gesellschaft in den Hof gebeten. Als alle versammelt waren, wurde eine Drohne gestartet. Alle wurden dann von oben fotografiert und gefilmt. Viele reckten ihre Hälse und winkten.

„Heute dürft ihr bis Mitternacht speisen“, sagte noch Oli und eröffnete das Hochzeitsmenü.  Zunächst wurde eine Vorspeise mit Kürbiscremesuppe, Miniquiche, Saté-Hühnchen, Papaya-Spalten mit Serranoschinken und Hackfleischbällchen serviert. Am Buffet gab es verschiedene Blattsalate, Caprese und Glasnudelsalat.
Die Appetithäppchen waren in unsere Mägen verschwunden, dann ging es mit dem Hauptgang weiter. Es gab zartes Schweinefilet mit kandierten Apfelspalten an feiner Calvados-Rahmsauce, gebratene Garnelen mit Thai-Basilikum und Gemüse, Ravioli gefüllt mit Spinat und Ricotta, knuspriges Mini-Schäufele, dazu Beilagen.
Wer jetzt noch nicht genug hatte, konnte sich am Dessert satt essen. Die Schleckermäulchen wählten zwischen Mousse au chocolate, Apple Grumble mit Vanillesauce und verschiedenen Obstsorten. Die Obststücke konnten in Schokososse, die aus einem Brunnen floss, getaucht werden.

Dann wurde getanzt. Nach 22 Uhr wurden die Gäste zu einer Überraschung in den Hof gebeten. Was wir hier erlebten, war phänomenal. Maximilian Boy präsentierte eine professionelle moderne Feuershow. Der Künstler zeigte die Faszination Feuer in einer kuriosen Darbietung. Zum Schluss hatte der Künstler für das Brautpaar noch eine Besonderheit zu bieten. Sie durften ein metallenes Herz mit einer Fackel anzünden. Es war ein hinreissender Moment, nicht nur für das Brautpaar.
Trailer über die Darbietungen und Infos über den Künstler sind unter www.feuer-entertain.de einzusehen. Wer ihn buchen möchte, dann unter info@feuer-entertain.de

Nach diesem Höhepunkt wurde wieder getanzt. Wer jetzt noch Hunger verspürte, konnte sich am Mitternachtsimbiss satt essen. Es gab Schinken, Pfefferbeisser, Käsesorten und verschiedene Brotsorten.

Der Tanz soll bis 4 Uhr am Morgen gedauert haben. Meine Schwester und ich suchten kurz nach Mitternacht unsere Zimmer im Hotel „Fantasie“ auf.
Am Sonntagvormittag besuchten wir noch den schönen Hofgarten in Ansbach. Hier bewunderten wir die Blumen und teilweise exotischen Bäume, den Kräutergarten und einige Denkmäler. Übrigens wurde im Hofgarten 1833 Kaspar Hauser von einem Mörder aufgelauert und erstochen.

Fazit: Es war eine schöne Hochzeit mit vielen Höhepunkten. Alle Gäste waren zufrieden (vielleicht war die Musik etwas zu laut). Unser Dank gilt dem Brautpaar und den Verwandten, die ein solches Fest organisiert hatten.
Wir konnten unsere Begeisterung nicht zügeln, und trugen die folgenden Widmungen in ein Hochzeits-Album ein:

(1)„Wir wünschen Euch genügend Erholung und ausreichend Schlaf, Arbeit, die Freude macht, Menschen, die Euch mögen und bejahen und Euch Mut machen; aber auch Menschen, die Euch bestätigen, die Euch anregen, die Euch Vorbild sein können, die Euch weiterhelfen, wenn Ihr traurig seid und müde und erschöpft.“
(2)“Wir wünschen Euch ein liebendes Herz, von dem Ihr Euch leiten lässt.“

Bemerkung zum Schluss: Die Hochzeitsreise führte das Brautpaar nach Thailand. Nun hoffen viele, dass es bald Nachwuchs gibt.

 


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